Zuletzt hat die MFL vier Hochleistungsförderanlagen für das voestalpine-Werk in Corpus Christi, Texas, beigesteuert. (Fotos: voestalpine)

Millionenauftrag für die Maschinenfabrik Liezen und Gießerei (MFL): Für einen internationalen Auftraggeber setzt der steirische Traditionsbetrieb aktuell eine „Hot Fines“-Recyclinganlage, eine hochinnovative Förderanlage für die Rückführung von Feinerz-Resten nach dem Brikettierungsprozess, um. Planung, Entwicklung und Produktion finden in Liezen statt. Die Auslieferung der Anlage nach Russland ist für Ende 2022 geplant. 30 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

Über 50 Tonnen schwer und 30 Meter hoch: Die kolossalen Ausmaße der hochinnovativen Förderanlage lassen nur bedingt auf die ausgefeilte Technologie des in Liezen entstehenden Industrieprodukts schließen. Erst ein zweiter Blick offenbart, dass es sich bei der Anlage auch aus Innovationssicht um ein echtes Schwergewicht handelt: Denn die Liezener Entwicklung sorgt dafür, dass 750 Grad heiße und hochwertige Überreste, die beim Verpressen der Feinerze (sog. Fines) zu Eisen-Briketts anfallen, in den Produktionsablauf zurückgeführt werden.

Der Plan für die Umsetzung steht: die MFL-Projektverantwortlichen Bernhard Scherer, Gerald Schupfer, Reinhard Rieger (v. l., Foto: INstyle)

Heißt: Während die entstehenden Überreste bislang teuer entsorgt werden mussten und dadurch Kosten und Umweltbelastungen verursachten, können diese nun wiederverwertet werden. Auftraggeber für die innovative Anlage ist der in Linz ansässige, international agierende Konzern Primetals Technologies.

Es zeugt von der massiven Kompetenz und Innovationskraft unserer Fachkräfte, dass wir mit dem Vertrauen dieses internationalen Technologiekonzerns ausgestattet wurden.

Herbert Decker, MFL
Zieht einen neuen Millionenauftrag an Land: MFL-Geschäftsführer Herbert Decker (Foto: INstyle)

Anwendung in Russland
Für MFL-Geschäftsführer Herbert Decker ist die Auslieferung der MFL-Spezialanlage daher ein Meilenstein: „Es zeugt von der massiven Kompetenz und Innovationskraft unserer Fachkräfte, dass wir mit dem Vertrauen dieses internationalen Technologiekonzerns ausgestattet wurden, eine solche hochkomplexe und anspruchsvolle Recyclinganlage umzusetzen. Wir können mit dieser state-of-the-art-Entwicklung sowohl einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz als auch zur heimischen Wertschöpfung leisten. Denn sowohl Engineering als auch Produktion finden vollumfassend in Liezen statt“, betont der Geschäftsführer. Insgesamt erstreckt sich der Auftrag über die nächsten 14 Monate. Ende 2022 soll die Anlage, die in einem Werk in Russland zum Einsatz kommt, ausgeliefert werden. Die Auftragssumme beläuft sich auf einen hohen einstelligen Millionenbetrag.

Hohe Anforderungen

Die Anforderungen an die Anlage sind hoch: Die Förderwerke müssen hitzebeständig (bis zu 750 Grad Celsius) und gasdicht sein, einem Explosionsdruck von zehn Bar, starken Windböen und Erdbeben standhalten. Denn: Die durch den Verdichtungsvorgang entstehenden Überreste reagieren mit Sauerstoff und können sich binnen weniger Sekunden entzünden.

Für die MFL sind derartige Aufgabenstellungen kein Neuland: Es ist die bereits dritte Anlage dieser Art, welche der Ennstaler Leitbetrieb umsetzt. Zuletzt hat das steirische Unternehmen vier Hochleistungsförderanlagen für das voestalpine-Werk in Corpus Christi, Texas, beigesteuert. „Diese Referenzprojekte konnten wir aufgrund unserer Engineering-Kompetenz und unserem Fertigungs-Know-how für uns gewinnen. Die Größe und Tiefe unseres Technologieparks erlaubt es uns in diesem Segment, beinahe unabhängig von internationalen Sublieferanten zu agieren – und alles aus einer Hand anzubieten“, betont Geschäftsführer Decker. 

Wir haben uns als qualitativer Sondermaschinenbauer in einem Hochlohnland gegen den internationale Mitbewerb aus Russland, Tschechien, Italien und Polen durchgesetzt.

Gerald Schuper und Bernhard Scherer, MFL

Rund ein Jahr habe man daran gearbeitet, Planung und Produktion nach Österreich zu holen, unterstreichen die zuständigen Produktmanager Gerald Schupfer und Bernhard Scherer: „Wir haben uns als qualitativer Sondermaschinenbauer in einem Hochlohnland gegen den internationale Mitbewerb aus Russland, Tschechien, Italien und Polen durchgesetzt. Das setzt einen individuellen, optimierten und innovativen Zugang voraus, um hier auch kostentechnisch konkurrenzfähig bleiben zu können. Wir haben uns in dieser Nische international als absolute Experten positioniert“, betont das Duo.

30 offene Stellen

Der Auftrag, der sich in eine insgesamt sehr positiv entwickelnde Auftragslage einfügt, hat auch unmittelbare Auswirkungen auf die Anzahl der Beschäftigten bei der MFL: Rund 30 (!) Fachkräfte – vor allem Metall-Facharbeiter, Betriebselektriker, Produktionsmitarbeiter und HTL-Absolventen – werden unter anderem derzeit gesucht. Aktuell beschäftigt die MFL rund 700 Mitarbeiter und ist damit einer der größten Arbeitgeber der Region. 

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