Mit Michael Zitz steht ein Steirer an der Spitze eines der erfolgreichsten IT-Konzerne Europas. Der 46-Jährige aus Gamlitz in der Südsteiermark ist CEO des SAP-Spezalisten All for One – und sorgt derzeit mit einem der größten Unternehmensdeals des europäischen IT-Marktes für Aufsehen. Zitz führt die von von ihm geleiteten 3.000-köpfigen Betrieb in eine 336 Millionen Euro schwere Übernahme durch den französischen Vinci-Konzern. Der Meilenstein hat auch positive Folgen für den Cybersecurity-Spezialisten BrightFlare aus Graz.
GRAZ/GAMLITZ. Karrieren steirischer Manager an der Spitze global tätiger IT-Unternehmen sind rar gesät. Eine Ausnahme bildet Michael Zitz: Der 46-Jährige aus Gamlitz in der Südsteiermark steht an der Spitze der All for One. Das Unternehmen beschäftigt rund 3.000 Mitarbeitende, betreut mehr als 4.500 Kunden allen voran im deutschsprachigen Raum und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von über 500 Millionen Euro.
Die All for One Group zählt zu den führenden SAP-Partnern Europas und begleitet Unternehmen bei der Digitalisierung, Cloud-Transformation sowie beim Einsatz von künstlicher Intelligenz.
Aktuell machen Zitz und sein Unternehmen in der europäischen IT-Branche von sich reden: Erst vor wenigen Tagen verantwortete er als CEO einen mehrere hundert Millionen Euro schweren Unternehmensdeal. Der in Filderstadt bei Stuttgart ansässige SAP-Spezialist wird für rund 336 Mililonen Millionen Euro vom französischen Infrastruktur- und Technologiekonzern Vinci übernommen – damit zählt der Deal zu den bedeutendsten Transaktionen im deutschsprachigen SAP- und IT-Consulting-Markt der vergangenen Jahre.„Gemeinsam haben wir die großartige Perspektive, zum führenden Partner für End-to-End-Transformationen in Europa zu werden“, soll der neue Eigentümer laut Zitz zum Wachstumsturbo avancieren.
Durch die Einbindung in Vinci Energies erwartet sich der Südsteirer vor allem zusätzliche Internationalisierungsmöglichkeiten und weiteres Wachstum.
Steile Karriere
Mit Transaktionen wie dieser ist Zitz durchaus vertraut. Exakt vor einem Jahrzehnt verkaufte er das von ihm in Graz-Liebenau gegründete Unternehmen B4B Solutions an die All for One Group. Das steirische Unternehmen hatte sich innerhalb weniger Jahre zum größten und erfolgreichsten österreichischen SAP-Cloud-Partner entwickelt.
„Damals hat sich diese Chance ergeben. Vor allem die Unternehmenskultur hat perfekt zu uns gepasst“, erinnert sich Zitz. Mit dem Verkauf wechselte er selbst in den deutschen Konzern, wo er Schritt für Schritt die Karriereleiter erklomm. Nach Stationen als Vertriebsvorstand sowie Co-CEO übernahm er im Oktober 2024 die alleinige Führung des deutschen Konzerns. Der aktuelle Verkauf an Vinci markiert den nächsten Meilenstein in der Karriere des Südsteirers.
Grazer Cyberscecurity-Spezialist BrightFlare profitiert
Trotz seiner Tätigkeit in Deutschland ist Zitz seiner Heimat eng verbunden geblieben: Nach wie vor ist sein Hauptwohnsitz in Gamlitz, wo auch seine Familie lebt. Seine Frau und die beiden Kinder (Sohn und Tochter) wohnen weiterhin in der Heimat – zumindest wochenends kommt der leidenschaftliche Fitness-Fan ebenfalls zurück in die Steiermark. „Die Steiermark ist für mich weit mehr als meine Heimat. Sie bedeutet Familie, Lebensgefühl und Bodenständigkeit. Und natürlich gehört auch die Kulinarik dazu – darauf freue ich mich jedes Mal, wenn ich nach Hause komme“, so Zitz.
Auch unternehmerisch bestehen weiterhin enge Verbindungen: im oberösterreichischen Hagenberg werden 30 Mitarbeiter beschäftigt, in der Bundeshauptstadt 60 – und 75 im Technopark Raaba. Für Zitz ist der Standort weit mehr als ein Stück Heimat. „
Die Steiermark verfügt über hervorragend ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der starke Unterbau aus Universitäten, Fachhochschulen und HTLs sorgt seit Jahren für ausgezeichnete Fachkräfte – gerade im IT-Bereich“, sagt er. Diese Kombination aus hoher Ausbildungsqualität und Innovationskraft sei ein wesentlicher Grund dafür, dass die Steiermark auch international als Technologiestandort zunehmend an Bedeutung gewinne. „Ich komme immer wieder gerne zurück – beruflich genauso wie privat.“
Seit dem vergangenen Herbst gibt es zudem einen weiteren Grund für regelmäßige Besuche in der Heimat. Der deutsche Technologiekonzern beteiligte sich am steirischen Cybersecurity-Unternehmen BrightFlare.
„Wir sind sehr froh, mit Michael Zitz und der All for One Group einen so starken Partner an unserer Seite zu haben“, sagt BrightFlare-CEO Markus Seme. Durch die Übernahme von All for One durch Vinci Energies könnten sich für BrightFlare nun zusätzliche Absatzmöglichkeiten eröffnen. Der französische Konzern ist international in den Bereichen Energie, Infrastruktur und Digitalisierung tätig und verfügt mit seiner IT-Marke Axians über Zugänge zu Unternehmen und Großprojekten in zahlreichen europäischen Märkten.„Unser Ziel ist es, in den kommenden 24 Monaten rund 100 neue Arbeitsplätze bei BrightFlare zu schaffen. Die neuen Möglichkeiten im Vertrieb und der Zugang zu internationalen Kunden können dieses Wachstum zusätzlich beschleunigen“, so Seme.
