Vernetzen Segler mit Marinas: Ivana Zemanovicova, Geschäftsführer Daniel Baumgartner, Daniel Machacek und Martin Olsansky (v. l.) (Credit: Seasy)

Bereits über 200 verschiedene Häfen vernetzt das Grazer Start-up Seasy mit Seglern aus aller Welt. Mit einer aktuellen Finanzierungsrunde setzt das Jungunternehmen die Segel für die kommende Saison: Durch einen mittleren sechsstelligen Betrag will Seasy zum europäischen Marktführer avancieren. Dabei spielt auch das Know-how des Grazer Jungunternehmerzentrums der Weltraumagentur ESA, wo das Start-up seinen Hauptsitz hat, eine zentrale Rolle. 

Irgendwo zwischen dem Büro im Grazer Jungunternehmerzentrum der Weltraumagentur ESA, dem „Business Incubation Center“ (BIC), und den Weltmeeren – da liegt aktuell der Arbeitsplatz von Niklas Baumgartner. Der gebürtige Oberösterreicher hat gemeinsam mit Martin Olsansky und Ivana Zemanovicova das Start-up Seasy gegründet. Das Kernprodukt ist eine Vernetzungsplattform – ähnlich dem Modell von „Airbnb“ – zwischen Segler und Marinas. „Die Vorort-Tests an den Häfen und Meeren sind daher unerlässlich“, sagt Baumgartner mit einem Augenzwinkern.

Gute Aussichten für Seasy: Das Grazer Segel-Start-up steuert auf einen Expansionskurs zu. (Foto: Seasy)
Gute Aussichten für Seasy: Das Grazer Segel-Start-up steuert auf einen Expansionskurs zu. (Foto: Seasy)

Mit Erholung haben die Seasy-Entwicklungen dennoch nichts zu tun – im Gegenteil: Aktuell hat das Grazer Start-up eine mittlere sechsstellige Summe an Land gezogen. Der oberösterreichische Business-Angel Oliver Sikora sowie der Salzburger Risikokapitalgeber Next Floor investieren gemeinsam eine mittlere sechsstellige Summe in die Expansion des Jungunternehmens. Die Höhe der prozentuellen Beteiligung der Investoren wird zunächst von weiteren Finanzierungsrunden abhängig gemacht.

Seasy hat ein gleichermaßen simples, bestens erprobtes und skalierungsfähiges Business-Modell in die bislang wenig digitalisierte Seefahrt gebracht.

Business-Angel Oliver Sikora
CEO Niklas Baumgartner entwickelt das Start-up Seasy am ESA Business Incubation Center in Graz. (Foto: Seasy)
Seasy-CEO Niklas Baumgartner entwickelt das Start-up Seasy am ESA Business Incubation Center in Graz. (Foto: Seasy)

Ziel: europäischer Marktführer
„Oliver Sikora und Next Floor bringen nicht nur Kapital, sondern auch Erfahrung in der Skalierung von Unternehmen sowie ein breites Netzwerk ein. Durch diese Unterstützung sind wir der festen Überzeugung, mittelfristig europäischer Marktführer werden zu können“, betont Baumgartner. Das Investment soll folglich in Personal, Marketing und Vertriebsmaßnahmen investiert werden. „Seasy hat ein gleichermaßen simples, bestens erprobtes und skalierungsfähiges Business-Modell in die bislang wenig digitalisierte Seefahrt gebracht“, betont Business-Angel Oliver Sikora, der das Business-Konzept von Anfang an begleitet und durch seine jahrelange Segelerfahrung maßgeblich zur Entwicklung beigetragen hat.

Das Potenzial der Entwicklung ist gewaltig.

Thomas Bodmer, NextFloor

Thomas Bodmer, Geschäftsführer von Next Floor, ortet ebenso hohe Wachstumschancen für Seasy: „Das Potenzial der Entwicklung ist gewaltig. Mit unserer Innovationskraft und unserem breiten Netzwerk im Tourismus wollen wir nun den weiteren Wachstumskurs unterstützen.“ 

Die aktuell entwickelte Seasy-App findet auf Knopfdruck den nächsten freien Anlegeplatz. (Foto: Seasy)
Die aktuell entwickelte Seasy-App findet auf Knopfdruck den nächsten freien Anlegeplatz. (Foto: Seasy)

Technologie aus dem Weltraum
In der abgelaufenen Premierensaison konnte Seasy über 500 Vermittlungen zwischen 5.000 Seglern und 200 Marinas verbuchen. Geografisch erstreckt sich der Tätigkeitsbereich aktuell zwischen Häfen in Kroatien, Griechenland und Italien. „Aktuell nehmen wir Kurs auf spanische und französische Häfen und wollen so an die 300 Marinas auf unsere Plattform bringen“, betont Seasy-Gründer Baumgartner. Für ihn ist neben dem Komfort, innerhalb kürzester Zeit freie Anlegeplätze zu buchen, auch der Sicherheitsaspekt der Plattform zentral: „Insbesondere auf See schlägt das Wetter bekanntlich schnell um.

Segler sind dann gefordert, innerhalb kürzester Zeit, eine sichere Anlegestelle zu finden – unsere Entwicklung ist dafür maßgeblich“, sagt Baumgartner, selbst passionierter Segler. Um das Boot zu lokalisieren, wird auf globale Navigationssatellitensysteme zugegriffen.

Seasy ist das beste Beispiel dafür wie Weltraum-Know-how in reale Wertschöpfung transferiert werden kann.

Martin Mössler, Science Park Graz

Die Weltraum-Technologie ist die Basis der steirischen Entwicklung – und Grund für die Unterstützung durch das Jungunternehmerzentrum der Weltraumagentur ESA: „Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, innovative Weltraum-Technologie einerseits für die Gesellschaft nutzbar zu machen, andererseits um daraus innovative neue Entwicklungen zu forcieren und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen. Seasy ist das beste Beispiel dafür wie Weltraum-Know-how in reale Wertschöpfung transferiert werden kann“, betont Martin Mössler, Geschäftsführer des Grazer ESA-Business Incubation Center.

Unterstützt das Start-up maßgeblich: ESA-Botschafter Martin Mössler (Foto: Jungwirth)
Unterstützt das Start-up maßgeblich: ESA-Botschafter Martin Mössler (Foto: Jungwirth)

Die Weltraum-Komponente will Seasy sogar noch ausbauen: Aktuell arbeitet das Start-up auch daran, Segler künftig präventiv vor aufkommenden Unwettern zu warnen. „Noch bevor der Segler in Turbulenzen gerät, können wir eine Warnung inklusive mögliche Anlegeplätze via Push-Nachricht übermitteln. Mit unserer Entwicklung können wir die Sicherheit auf See maßgeblich erhöhen“, erklärt Seasy-Gründer Baumgartner.

Leave a Reply

Your email address will not be published.

*

code