Im Anflug auf Weinblätter: der Japankäfer (Foto: KI)

Obst, Wein, Getreide – viele heimische Kulturen stehen unter Druck, weil eingeschleppte Schädlinge sich in Europa immer weiter ausbreiten. Österreich reagiert darauf mit neuen Überwachungsmaßnahmen und einer europaweiten Informationskampagne. Erstmals beteiligt sich das Land 2025 an der EU-Initiative #PlantHealth4Life.

Wien. In mehreren europäischen Ländern warnen Behörden derzeit verstärkt vor der Ausbreitung invasiver Schädlinge wie der Kirschessigfliege oder dem Japankäfer. Diese Entwicklung erhöht auch in Österreich den Handlungsdruck: Mit neuen Monitoringprogrammen und gezielten Informationskampagnen sollen Risiken früh erkannt und eingedämmt werden. Ein zentrales Element dieser Strategie ist die erstmals geplante Teilnahme an der EU-weiten Aufklärungskampagne #PlantHealth4Life im Jahr 2025.

Die Kampagne, die bisher in 15 Mitgliedsstaaten lief und nun auf elf weitere Länder ausgeweitet wird, verfolgt einen One-Health-Ansatz. Heißt: Sie stellt die enge Verbindung zwischen Pflanzengesundheit und der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt in den Mittelpunkt. Klimawandel und internationaler Handel gelten als Haupttreiber für die Einschleppung und Verbreitung neuer Schadorganismen, die Ernten bedrohen und wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe verursachen können.

„Pflanzengesundheit ist ein zentrales Element unseres One-Health-Ansatzes“, erklärt AGES-Geschäftsführer Johannes Pleiner-Duxneuner. „Sie betrifft nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Gesundheit von Menschen, Tieren und der Umwelt. Effektiver Pflanzenschutz beginnt mit Wissen.“

In Österreich koordiniert die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) die Kampagne. Neben klassischer Öffentlichkeitsarbeit sind auch Kooperationen mit Schulen, Gemeinden und Flughäfen geplant, um möglichst breit über Präventionsmaßnahmen aufzuklären. Thematisiert werden dabei etwa die Risiken, die mit dem Import von Pflanzensouvenirs aus dem Urlaub verbunden sind.

Die AGES will zudem bestehende Werkzeuge wie den Warndienst Pflanzengesundheit stärker nutzen. Dieser liefert Prognosen, Monitoringdaten und aktuelle Hinweise für die Landwirtschaft und den Freizeitgartenbau. Auch die wissenschaftliche Bewertung und Zulassung von Pflanzenschutzmitteln bleibt Teil des Aufgabenbereichs.

Die Kampagne wird auf europäischer Ebene von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) koordiniert. Ziel ist es, Pflanzengesundheit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe sichtbarer zu machen und langfristig die Widerstandsfähigkeit von Landwirtschaft und Umwelt zu stärken.

Mehr zur Kampagne hier.

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