Das Geschäft mit Eiweiß-Shakes, Vitamin-Boostern & Co. boomt – davon profitiert mit NovaLabs ein steirischer Produzent von Nahrungsergänzungsmitteln. Seit der Gründung hat das Unternehmen den Umsatz jährlich verdoppelt: Allein heuer sollen 25 Millionen Euro erwirtschaftet werden. In Graz wird deshalb aktuell ein zweiter Standort in Betrieb genommen. Das ambitionierte Ziel: Marktführer in Europa.
GRAZ. „Wir wollen Europas größter Produzent für Nahrungsergänzungsmittel werden“: Noch ehe die ersten Maschinen geliefert und Kapseln hergestellt wurden, stellten David Schweiger und Christian Gubik die Unternehmensvision prominent auf der Firmenwebsite vor.
Die Kombination „aus Wunschdenken und etwas Dreistigkeit“, wie die beiden TU Graz-Maschinenbau-Absolventen heute die Anfänge einordnen, fand am Markt Anklang: Bereits wenige Wochen später zogen die beiden Gründer von NovaLabs den ersten Großauftrag an Land. „Unsere in der Branche schon etwas ungewöhnliche und besonders dynamische Herangehensweise haben neugierig gemacht“, erzählt Schweiger.

Boomender Markt
Die unkonventionelle Art ist den beiden Unternehmern geblieben, die Vision könnte hingegen bald erneuert werden: Innerhalb von nur fünf Jahren ist NovaLabs zu einem der führenden Produzenten von Nahrungsergänzungsmitteln im deutschsprachigen Raum avanciert. Der sogenannte „White Label“-Ansatz – NovaLabs produziert, andere Marken vertreiben die Produkte unter eigenem Namen – geht auf: Seit 2021 konnte der Umsatz in jedem Jahr verdoppelt werden.
Während im ersten vollen Geschäftsjahr eine Million Euro erwirtschaftet wurde, liegen heuer Auftragseingänge im Ausmaß von mehr als 25 Millionen Euro vor. Rund 440 Millionen befüllte Dosen und Kapseln sind zuletzt vom Band gelaufen.
„Unsere steile Entwicklung hängt auch mit dem explodierenden Markt für Nahrungsergänzungsmittel zusammen. Allein in den nächsten Jahren wird von einem Wachstum zwischen 15 und 20 Prozent ausgegangen“, erklärt sich Gubik den Trend.
Namen bleiben zwar unter Verschluss, beliefert wird aber das „Who-is-who“ des heimischen und deutschen Marktes. Eine Hälfte der Wertschöpfung bleibt in Österreich, die andere geht in den Export. Allen voran nach Deutschland und in die Schweiz, aber auch nach Belgien, Frankreich, China oder Dubai. Hergestellt werden Proteine, Multivitamine, Magnesium, Zink, Kreatin & Co. – als Pulver, Kapsel, Öl und Liquid.
Einzugrenzen ist das NovaLabs-Produktportfolio nur schwer: „Wir beherrschen die gesamte Wertschöpfungskette der Produktion – von der Rezeptur über die Rohstoffmischung bis hin zur Verpackung. Wir können Ideen in marktkonforme Produkte übersetzen“, sagt Schweiger. Mehr als 2.500 Rohstoffe landen mittlerweile in den vom steirischen Unternehmen hergestellten Präparaten.

Millionenschwere Expansion
Ein Ende des Wachstumskurses ist nicht in Sicht: Täglich erreichen das Unternehmen bis zu zehn Neukundenanfragen – der 1.800 Quadratmeter große Standort in Graz-Straßgang platzt aus allen Nähten. Wenige Fahrminuten vom Hauptsitz entfernt wird daher aktuell in der Rudersdorferstraße ein zweiter Produktionsstandort – mit zusätzlichen 1.200 Quadratmetern – hochgezogen: Innerhalb von nur wenigen Wochen wurden unter anderem zwei halbautomatische Linien inklusive intelligenter Pick-and-Place-Roboter in Betrieb genommen.
Eine Million Euro wurde bereits investiert, eine weitere folgt. „Wir automatisieren manuelle Tätigkeiten konsequent, um die Produktionsleistung rasch zu steigern. Wir nutzen die Chancen, die sich uns am Markt bieten“, erklärt Gubik. Das aktuell 76-köpfige Team soll ebenfalls weiter anwachsen: Produktionsmitarbeiter, Maschinenbediener, ERP-Programmierer, Controller und Prozessmanager werden derzeit eingestellt.

Exit als Nichtziel
Vom bei Start-ups oft hochgehandelten „Exit“ will das Gründerduo indes nichts wissen – trotz Übernahmeangebote. Generell wird auf klassische Start-up-Attitüde bewusst verzichtet: „Es war unser Ziel, etwas zu gründen, wovon wir leben können, das wirtschaftlich erfolgreich ist – und nicht nur Investoren überzeugt“, so die Geschäftsführer unisono.
Daher gilt: „Wir wollen ein stabiles, großes Unternehmen in der Steiermark entwickeln und uns als zuverlässiger Arbeitgeber positionieren“, betont Schweiger. Nachsatz von Gubik: „Und natürlich Europas Nummer eins werden.“