Technologie aus Frohnleiten schützt die größte von Lebewesen geschaffene Struktur der Erde. (Credit: Unsplash/Ahmer Kalam)
Einer der führenden Süßkartoffelproduzenten Australiens setzt auf Know-how aus der Steiermark: Die Maschinen des Frohnleitner Umwelt- und Recyclingspezialisten Komptech verarbeiten Bioabfälle zu hochwertigem Dünger. Die steirischen Technologien unterstützen dabei auch, eines der größten Weltwunder zu schützen.
FROHNLEITEN/BUNDABERG. Bundaberg ist Australiens Süßkartoffel-Hochburg. Dank des subtropischen Klimas können hier fast das ganze Jahr über Süßkartoffeln gepflanzt und geerntet werden. Rund 70 Prozent der nationalen Produktion stammen aus der Region. Bekannt ist die Stadt jedoch vor allem als südliches Tor zum Great Barrier Reef: Nur 60 Kilometer trennen Bundaberg vom größten Korallenriff der Welt, einem der sieben Weltwunder der Natur.
Der Schutz dieses 344.000 Quadratkilometer großen Ökosystems ist nicht nur für Korallen und Fische entscheidend, sondern hat auch Auswirkungen auf die regionalen Landwirtschaftsbetriebe: Da Süßkartoffeln dem Boden besonders viele Nährstoffe entziehen, sind Dünger und Humus unverzichtbar – Kunstdünger ist wegen der Nähe zum Riff jedoch keine Option.
Auch auf Druck der australischen Regierung setzen Unternehmen wie Greensill Farming deshalb konsequent auf Kompostierung – und damit auch auf Know-how aus der Steiermark: Maschinen des Recycling- und Umweltspezialisten Komptech aus Frohnleiten verwandeln Bioabfall in Humus, der auf den weitläufigen landwirtschaftlichen Flächen Australiens ausgebracht wird.
„Unsere Maschinen leisten einen wichtigen Beitrag, um den Einsatz von Kunstdünger in der Region um das Great Barrier Reef zu verhindern. Indem organische Abfälle zu hochwertigem Humus verarbeitet werden, schließen wir Kreisläufe: Aus Grünschnitt, Ästen oder Gartenabfällen entsteht ein natürlicher Dünger, der die Böden langfristig fruchtbar hält und gleichzeitig verhindert, dass potenziell gefährliche Düngereste unkontrolliert ins Grundwasser oder ins Meer gelangen“, erklärt Ewald Konrad. Der Vertriebsdirektor des 700-köpfigen Unternehmens (220 davon am Hauptsitz in Frohnleiten) unterstreicht: „Für die Landwirtschaftsbetriebe bedeutet das stabile Erträge und für das Riff weniger Belastung durch Stickstoff und Phosphor.“
Gleich drei verschiedene Komptech-Maschinen sind dafür in „Down Under“ im Einsatz. Zuerst zerkleinert „Crambo“ sämtliche Holz- und Grünabfälle, ehe der bis zu 420 PS starke und knapp 20 Tonnen schwere „Topturn“ die Arbeit aufnimmt: Die Frohnleitner Entwicklung mischt das Material durch, bringt Sauerstoff ins Innere und sorgt dafür, dass sich Temperatur und Feuchtigkeit gleichmäßig verteilen.
Das Trommelsieb „Nemus“ sorgt für den gewünschten Feinheitsgrad des Materials – der nährstoffreiche Humus wird danach direkt auf den Feldern ausgebracht. Dass am anderen Ende der Welt steirische Kompetenzen gefragt sind, ist auch der Performance der Maschinen geschuldet – nur als Anhaltspunkt: Die 100 Meter langen Mieten, also aufgeschichtete Haufen von organischem Material, werden in weniger als sechs Minuten umgesetzt bzw. durchmischt. Ein klarer Vorteil auf den mit rund 3.200 Hektar gewaltigen Flächen von Greensill Farming.
Der Schutz des Riffs ist nicht nur im Interesse der Region und des Bundesstaates Queensland, sondern von nationaler Bedeutung und im Fokus internationaler Umweltschutzorganisationen. Allein Australien und Queensland haben seit 2015 knapp drei Milliarden Euro in Programme für den Schutz des „Great Barrier Reefs“ investiert.
Bei Komptech rechnet man nicht nur deshalb mit weiteren Aufträgen in Australien, erklärt Konrad: „Der Bedarf an zukunftsfähigen Lösungen steigt kontinuierlich – nicht nur im Bereich Kompostierung, sondern in der gesamten Kreislaufwirtschaft. Immer mehr Länder erkennen, dass nachhaltige Technologien keine Option mehr sind, sondern eine Notwendigkeit. Unsere Anlagen tragen dazu bei, Abfälle in wertvolle Ressourcen zu verwandeln und so Landwirtschaft, Kommunen und Umwelt gleichermaßen zu entlasten.”
Insgesamt würde das Bewusstsein für Umweltschutz steigen, betont Konrad. Mit positiven Effekten für Komptech, so der Vertriebsdirektor: „Mit unserem Know-how sind wir auf allen sieben Kontinenten der Welt vertreten. Dies spiegelt sich auch in unserer Exportquote wider: Mit 95 Prozent sind wir international widerstandsfähig aufgestellt und können wirtschaftliche Schwankungen besser kompensieren als Unternehmen, die von wenigen Märkten abhängig sind.“
Die Sommermonate sind nicht nur Hochsaison für Touristen, sondern auch für Cyberkriminelle. Mit professionell gestaltete…
Axis setzt künftig auch auf die virtuelle Realität (VR): Der steirische Hersteller von realitätsgetreuen Flugsimulatoren…
Der sauberste Stahl wird inmitten der Murmetropole produziert: Eine neue Umweltdeklaration bescheinigt dem Grazer Stahlwerk…
Mit der Marke „1000 und ein Ohrring“ erobert Michaela Sammer aktuell die Gunst der Kunden…
Viele heimische Kulturen stehen unter Druck, weil eingeschleppte Schädlinge sich in Europa immer weiter ausbreiten.…
Mit dem Beitritt zur EU-weiten Kampagne #PlantHealth4Life – organisiert von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit…